Den Staubsauger pflegen
Der Staubsauger saugt schlecht: was zuerst prüfen
Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, in welcher Reihenfolge Sie einen schwach saugenden Staubsauger prüfen sollten, vom einfachsten bis zum aufwendigsten Schritt. So erkennen Sie die tatsächliche Ursache, bevor Sie einen neuen Beutel oder Filter kaufen.
Düse und Bürstenwalze zuerst prüfen
Bevor Sie einen Beutel oder Filter austauschen, werfen Sie einen Blick auf die Düse und die Bürstenwalze. Verhedderte Haare, Fäden und Fusseln blockieren häufig die Walze und verhindern, dass sie sich frei dreht. Wenn die Walze steht, während der Motor läuft, hören Sie ein verändertes Motorgeräusch und spüren, dass die Düse kaum noch Widerstand auf dem Boden bietet. Ein Blick von unten auf die Walze genügt meist: Wickelt sich Garn oder Tierhaar spiralförmig um die Achse, lässt sich die Walze von Hand kaum noch drehen. Entfernen Sie solche Verwicklungen vorsichtig mit einer Schere, ohne die Borsten selbst zu beschädigen.
Auch ein zugesetztes Düsengitter kann die Saugkraft deutlich senken. Prüfen Sie, ob Staub, Sand oder größere Partikel die Öffnung verstopfen, und entfernen Sie sie mit den Fingern oder einer Bürste. Dieser Schritt kostet nur wenige Minuten und sollte deshalb immer am Anfang jeder Fehlersuche stehen.
Schlauch auf Verstopfung prüfen
Wenn Düse und Walze sauber sind, die Saugkraft aber weiterhin schwach bleibt, ist der Schlauch als Nächstes an der Reihe. Ziehen Sie ihn vollständig vom Gerät ab und halten Sie ihn gegen das Licht: Ein Fremdkörper, verklumpter Staub oder ein verschluckter Gegenstand zeigt sich als dunkler Schatten im Inneren.
Ein einfacher Test hilft ebenfalls weiter: Führen Sie einen Besenstiel oder eine lange Schnur vorsichtig durch den Schlauch. Trifft sie auf Widerstand, sitzt die Verstopfung an dieser Stelle. Ein leichtes Knicken des Schlauchs während des Betriebs kann außerdem die Luftführung unterbrechen, ohne dass sich etwas darin festgesetzt hat. Achten Sie zusätzlich auf die Übergänge zwischen Schlauch und Gehäuse sowie zwischen Schlauch und Handgriff: Dort sammeln sich Fusseln besonders gern, weil der Querschnitt an diesen Stellen enger wird als im restlichen Verlauf.
Beutelstand prüfen und den passenden Beutel finden
Ein voller oder fast voller Beutel ist die häufigste Ursache für nachlassende Saugkraft. Öffnen Sie das Gerät und kontrollieren Sie den Füllstand: Sitzt der Beutel prall gefüllt oder ist die Füllstandsanzeige auf Rot gesprungen, muss er gewechselt werden, selbst wenn er dem Auge nach noch Platz zu bieten scheint, denn feiner Staub setzt die Poren des Papiers zu, lange bevor der Beutel optisch voll wirkt.
Die Website dokumentiert 1013 Staubsaugermodelle, 310 Beutelnummern und 30 Marken, darunter AEG, Bosch, Siemens, Miele, Rowenta, Electrolux, Hoover, Kärcher und Vorwerk. Im Mittel teilt sich ein Gerät seinen Beutel mit 65 weiteren Geräten, sodass ein und derselbe Beuteltyp häufig für mehrere Marken und Modellreihen zugleich passt. Am weitesten verbreitet sind folgende Beuteltypen:
Wenn Sie einen Ersatzbeutel bestellen, lohnt sich ein Blick auf die genaue Modellbezeichnung Ihres Staubsaugers, denn optisch ähnliche Beutel unterscheiden sich oft in Größe, Anschluss oder Kartonform. Die passende Beutelnummer zu kennen, erspart Ihnen Fehlkäufe und stellt sicher, dass die Klappe des Beutelfachs später wieder richtig schließt.
- ZR200520: passend für 176 Geräte
- ZR200720: passend für 176 Geräte
- ZR200920: passend für 175 Geräte
- BBZ41FGALL: passend für 103 Geräte
- 6.959-130.0: passend für 103 Geräte
- PH1: passend für 98 Geräte
Motorfilter prüfen
Sitzt der Beutel korrekt und ist nicht überfüllt, richten Sie den Blick auf den Motorfilter. Er liegt meist direkt hinter dem Beutelfach und schützt den Motor vor feinem Staub, der durch das Beutelpapier entweicht. Ein zugesetzter Motorfilter fühlt sich beim Anfassen kompakt und grau an, statt locker und hell wie im Neuzustand. Ein Blick auf den Motorfilter lohnt sich bei jedem zweiten oder dritten Beutelwechsel, da er sich langsamer zusetzt als der Beutel selbst, aber ebenso spürbar auf die Saugleistung wirkt.
Klopfen Sie den Filter über einem Mülleimer aus und waschen Sie ihn, sofern der Hersteller es erlaubt, mit klarem Wasser. Lassen Sie ihn vollständig trocknen, bevor Sie ihn wieder einsetzen, denn Restfeuchte staut sich im Motorraum und kann die Elektronik beschädigen.
Abluftfilter prüfen
Der Abluftfilter sitzt an der Stelle, an der die Luft das Gerät wieder verlässt, meist an der Rückseite oder Seite des Gehäuses. Ein zugesetzter Abluftfilter bremst den Luftstrom ebenso wirksam wie eine verstopfte Düse, wird aber seltener kontrolliert, weil er weniger sichtbar ist.
Erkennen lässt sich das Problem an einer dunklen Verfärbung des Filtervlieses und an einem spürbar erhöhten Widerstand, wenn Sie mit der Hand hindurchpusten. HEPA-Filter lassen sich in der Regel nicht auswaschen und müssen bei Verfärbung ersetzt werden, während einfache Schaumstofffilter oft mehrmals gereinigt werden können. Bei manchen Geräten macht sich ein zugesetzter Abluftfilter zusätzlich durch einen leicht muffigen Geruch der austretenden Luft bemerkbar, noch bevor die Saugkraft merklich nachlässt.
Sitz der Klappe, der Dichtungen und des Nebenluftreglers prüfen
Bleibt die Saugkraft trotz sauberer Düse, freiem Schlauch, korrektem Beutelstand und sauberen Filtern schwach, geht es um die Luftdichtigkeit des gesamten Systems. Öffnen Sie die Klappe des Beutelfachs erneut und prüfen Sie, ob sie beim Schließen hörbar und spürbar einrastet. Eine Klappe, die nicht vollständig schließt, lässt Falschluft eindringen und senkt den Unterdruck im gesamten Gerät.
Kontrollieren Sie anschließend die Gummidichtungen rund um Beutelfach, Filterdeckel und Schlauchanschluss auf Risse, Verhärtung oder Verformung. Eine poröse Dichtung lässt sich oft schon durch leichten Fingerdruck erkennen, wenn sie bröckelt oder nicht mehr elastisch zurückfedert. Auch eine Dichtung, die sich sichtbar aus ihrer Nut gelöst hat, reicht bereits aus, um spürbar Falschluft anzusaugen.
Zuletzt werfen Sie einen Blick auf den Nebenluftregler am Griff, sofern das Gerät über einen solchen Schieberegler verfügt. Steht er nicht vollständig geschlossen, saugt er gezielt Nebenluft an, was bei empfindlichen Textilien nützlich ist, im Alltag aber die Saugkraft am Boden spürbar mindert. Dieser Regler wird häufig versehentlich verstellt, etwa beim Verstauen des Schlauchs, und bleibt deshalb ein einfacher, aber oft übersehener letzter Kontrollpunkt.